SCHULE GRANDLSTRASSE

Wettbewerb
2010, 2. Preis
Auslober
Baureferat der Landeshauptstadt München
Mitarbeiter
Christian Rogner
K. Gawryszewska

 

Städtebau
Die beiden Schulen erhalten jeweils eine eigene bauliche Identität, ohne ihre Verwandtschaft zu verleugnen. Sie sind typologisch ähnlich, wenn auch die Innenhöfe unterschiedlich groß und einerseits Innen- andererseits Außenraum sind. Diagonal versetzt und leicht gedreht (entsprechend dem Straßenverlauf) wird der Solitärcharakter der Grundschule als Haus im Grünen gestärkt.
Die Sporthalle, soweit wie möglich als optisch in Erscheinung tretende Baumasse reduziert, leitet in den Grünraum der Bezirkssportanlage über. Sie kann von dieser aus gut erreicht werden, ebenso über einen Fußweg östlich der Realschule vom Parkplatz aus. Dieser bleibt prinzipiell an der gleichen Stelle, und ist zur Gänze zweihüftig organisiert.
Die Hausmeister-Wohnung wird als autarke Einheit, funktional optimal positioniert, mit vollen Abstandsflächen in der Nord-Ost-Ecke des Grundstücks angeordnet. Die betriebliche Erschließung der Freisportanlage ist weiterhin über einen Fahr-/Fußweg gewährleistet. Grund- und Realschule werden über getrennte Eingangshöfe erschlossen. Die Pausenhofflächen sind ebenfalls separiert, die der Grundschule gesondert abschließbar. Die Bauabschnitte können ohne Raumverlust realisiert werden.
Die Holzpavillons wären dazu nach Osten zu versetzen.

Funktionen Realschule
Die beiden Klassen-Altbautrakte bleiben erhalten, sie werden U-förmig ergänzt, sodass der jetzige Hof in annähernd gleicher Größe erhalten bleibt. Organisatorisch ergibt sich eine ringförmige Erschließung. Als Haupteingang fungiert der vorhandene, architektonisch ambitionierte Zugang zur alten Sporthalle auf Erdgeschoss- (nicht Sockel) Niveau. Die anschließende Aula ist nach Süden zum Innenhof orientiert. Durch die Übernahme der Altbau-Niveaus in den Obergeschossen ergibt sich eine angenehme Raumhöhe für Aula, Mehrzweckraum und die benachbarten Musik- und Werkräume (Werksattcharakter). Unabhängig von den vorhandenen und einem zusätzlichen Fluchttreppenhaus gibt es eine einladende Treppe von der Aula in die Obergeschosse (Verwaltung im 1. OG). Die Aula ist als Versammlungsstätte konzipiert. Brandschutztechnisch können mit einem Brandschutzvorhang die Obergeschosse abgeschlossen werden. Die Aufständerung des Südflügels öffnet den Hof in Richtung Sporthalle und schafft ergänzend zum Eingangshof gegenüber der Kirche eine großzügige, teilweise gedeckte Pausenhoffläche.
Alle Klassen des allgemeinen Unterrichtsbereichs erhalten Garderoben außerhalb der Unterrichtsräume.
Untergeschossige Unterrichtsräume werden konsequent vermieden. Die Neubauten sollen soweit möglich nicht unterkellert werden. Die nötigen Archivflächen für beide Schulen finden im UG der Realschul-Altbauten Platz.

Funktionen Grundschule
Der kompakte Baukörper ermöglicht durch seinen zentral liegenden zweigeschossigen Innenraum eine gute Orientierung. Er fördert durch seine Übersichtlichkeit auch das Zusammengehörigkeitsgefühl der Schulgemeinschaft. Diese Aspekte sind vor allem für die ersten Schuljahrgänge bedeutsam. Im EG liegen (für die Realschüler gut erreichbar) der Speisesaal, die Räume für die Mittagsbetreuung und der Fachraumbereich. Den Klassen des allgemeinen Unterrichtsbereiches sind Garderoben in der Nebenraumspange zugeordnet. Klassen- und Tagesheimräume werden jeweils zusammenliegend im 1. und 2. OG angeboten.
Der Innenhof im 2. OG kann als Freiluftklasse oder Pausenbereich für das Tagesheim genutzt werden. Je nach Nutzerwunsch lässt sich eine entsprechende Lösung zur Belichtung der Aula finden. Verwaltung und Lehrerzimmer liegen benachbart im 1. OG.
Der Pausenhofbereich grenzt im Süden an in die Grünanlagen des „Durchblicks“. Falls gewünscht lässt sich an der Sporthallen-Westfassade eine langgestreckte, überdachte Pausenhoffläche schaffen.

Gestaltung / Konstruktion
Die Altbauten werden so wenig wie möglich verändert, sowohl konstruktiv wie in ihrer äußeren Erscheinung. Deren Erscheinungsbild soll, auch wenn es keine eingetragenen Denkmäler sind, „restauratorisch“ behandelt werden. Dazu gegensätzlich sind die Neubauten als Skelettbauten mit farblich und/oder materialmäßig (z.B. Holz/Glas) abgesetzt, innenräumlich hell und lichtdurchflutet. Das Verhältnis von offenen und geschlossenen Fassadenflächen ist sorgfältig im Hinblick auf energetische, ökonomische und lichttechnische Gesichtspunkte abzustimmen. Robuste, möglichst oberflächenfertige, authentische Materialien sollen die Innenräume prägen. Zur Erhöhung der Speichermassen werden abgehängte Decken vermieden.

ARCHITEKTEN BDA CLAUS UND FORSTER C+F